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Dänemark : Deutschland (2:2) am 11.08.2010



Freundschaftsspiel in Kopenhagen

„Und dafür fahrt ihr bis da hoch?“…völliges Unverständnis beim leicht übergewichtigen Taxifahrer. Unser Bus war gegen 1Uhr an diesem Freitagmorgen gerade vom Freundschaftsspiel aus Dänemark zurückgekehrt. Den letzten Zug in meine Burg hatte ich damit verpasst, und auf den nächsten 3 Stunden warten? Abgelehnt! Also Taxe und hochphilosophische Erklärungsversuche wieso man Geld und Urlaub für 90 Minuten Sinnloskick im knapp 700 Km entfernten Kopenhagen opfert. Gar nicht so einfach wenn der Gesprächpartner nicht über Fußballproletarische Veranlagung verfügt!

Jedenfalls hatte sich Mittwoch in aller Frühe ein kompletter Reisebus aus Chemnitz, mit dem vorläufigen Ziel Ostsee, auf die Reise begeben. Wie solche Fahrten in der Regel aussehen bedarf glaube ich keiner weiteren Erwähnung. Aber Alkohol ist schließlich zum trinken da und Tabak wird auch nicht umsonst geerntet! Und mit den reichhaltigen Stops verschafften wir Busfahrer Uwe ein nahezu astronomisches Polster seiner gesetzlich einzuhaltenden Pausen.

Wir hätten sogar die geplante Fähre geschafft! Allerdings hatten gewisse Herren an einer ungefilterten Ausreise unsererseits gewisse Einwände. Nur voll „Alibi“ der ganze Auftritt. Denn wenn man die ganze Filzung mit einem Wort beschreiben wollte, dann trifft es wohl „oberflächlich“ so ziemlich genau. Aber so kam man wenigstens in den Anblick des Reiseproviants der mitgereisten Herren aus Zwickau. Ein gesamter Kofferinhalt ohne Belanglosigkeiten wie Klamotten, sondern einfach nur Kirsch und Pfeffi bis oben hin! Sauber!

Die knapp zwei Stunden Fährüberfahrt glichen in Handeln und Tun der Busreise, eben nur mit sympathischer Bewegungsfreiheit, teueren 0,33 Büchsenbier und ner ganz schön steifen Priese bei Assi Regenwetter. Wieder auf dem Festland erreichten wir glaube gegen 15 Uhr unser Hotel ca. 15km außerhalb von Kopenhagen. Dort war erstmal die Rezeption unbesetzt und vom Personal weit und breit nix zusehen. Dafür eine sperrangelweit geöffnete Küche, was sich sehr zum Nachteil der hauseigenen Jogurt Vorräte auswirkte. Nach etlichen Pfirsich – Maracuja konnten wir dann endlich einchecken und per Taxi in die Stadt düsen.

Auf irgendeinem Marktplatz trafen wir uns mit einigen, schon eher angereisten, Karl Marx Städtern und versuchten auf unsere ganz eigene charmante Art und Weise der skandinavischen Frauenwelt näher zu kommen. Es war ja nicht so, das es in dieser Beziehung an Quantität und Qualität gemangelt hätte…nur war anscheinend unser Vorgehen in Flirttechnischer Hinsicht etwas zu offensiver Natur.
Jedenfalls pisste es nach wie vor in Strömen und die Ansteuerung einer überdachten Trinkmöglichkeit war von höchsten Nöten. Die Wahl fiel auf eine kleine Sports Bar, deren Gäste größtenteils aus Deutschen bestand. Doch irgendwie eine komische und ruhige Atmosphäre und die ersten verschwanden auch schon Richtung Stadion. Selbiges taten dann auch wir. Unterwegs hieß es dann 20 Kopenhagener hätten aus einer Kneipe heraus paar Deutsche angegriffen…Lübecker, Eisenhüttenstädter? Jeder erzählte was anderes! Wie oft bei so was.

Reichlich angedüdelt passierte ich endlich den Eingansbereich des „Parken Stadions“….ansehlicher Kasten! 38.000 passen insgesamt rein, knapp 19.000 sollten es heute werden. Reisegruppe Chemnitz machte es sich personell gesehen links im Gästeblock gemütlich….Fahnen hingen rechts und im Oberrang der Gegengerade. Schmuck, Schmuck. Gar nicht schmuck hingegen der Bierpreis: umgerechnet 7 Euro!!!

Spiel hat jeder gesehen. B-Elf gegen B-Elf. Deutschland durch zwei schön heraus gespielte Tore 2:0 in Führung und am Ende durch zwei individuelle Fehler (Tasci, Wiese) um den Sieg gebracht. Ich hab übrigens nur den Ausgleich gesehen :-).

Nach dem Spiel gings irgendwie sofort Richtung Hotel. Allerdings zog sich dieses Vorhaben noch paar Stunden durch die Buslinien der dänischen Hauptstadt. Am Schlafplatz ölte ich noch fleißig am reichlichem Angebot der Zwickauer, bevor mir erhebliche Sicherheitsmängel im örtlichen Touristenwesen offen dargelegt wurden. Auf dem Weg in unser Zimmer hatte ich leicht die Orientierung verloren und probierte somit meine Türkarte an so ziemlich jeder Pforte. Als mir endlich Einlass gewährt wurde, schrie mich allerdings ein weibliches Wesen recht empört in englischer Sprache an. Huch! Hier war ich falsch, obwohl die Karte mir ja Zugang verschaffte hatte. Auch noch im falschen Stockwerk! Alter Schwede…oder eben Däne!
Endlich in der richtigen Bude, haute ich mich ins nächst beste Bett. Nur leider nicht meins. Das hatte wohl dann noch eine nervige Umquartierungsaktion des eigentlichen Besitzers zum späteren Zeitpunkt zur Folge.

Am nächsten Morgen besuchten wir, nach Morgenhygiene und den allgemeinen Auswertungsgesprächen, noch den Knast aus den Olsen Bande Filmen, bevor wir die lange Heimreise antraten.

Auf der Fähre vermissten wir außerdem eine Art „Flak – Automat“…wo man für einen Euro 4 Schuss bekommt und die vorbeifahrenden Schiffe beharken kann. Aber nichts dergleichen entdeckt!
Zum Tageswechsel auf Freitag hatte wir dann sogar noch ein Geburtstagskind zu feiern….sportliche 51 der junge Mann! Alles gute Gerd’l und Danke für die späte bzw. frühe Bierrunde!

Am Ende waren wir nach unendlichen Pausen wieder wohlbehalten am Startpunkt angekommen und ich wahrscheinlich der einzige der Freitag arbeiten musste. Zum Glück Spätschicht!

„Na da kannste ja jetzt noch paar Stunden ausschlafen“…mit dieser vollkommen richtigen Aussage verabschiedete sich mein Taxifahrer und schüttelt wohl immer noch den Kopf über die Reise seines letzten Fahrgastes in jener Schicht.




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